BirdLife reicht als einzige Organisation Beschwerde ein

Nach jahrelangen Gesprächen und zahlreichen Zugeständnissen wurde für das Naturschutzgebiet Aaredelta Hagneck eine tragfähige Kompromisslösung gefunden. Auch die FSM hat erhebliche zusätzliche Einschränkungen akzeptiert und auf bisherige Nutzungsmöglichkeiten verzichtet.
Doch selbst das reicht BirdLife nicht.
BirdLife Schweiz hat gegen zentrale Elemente dieses Kompromisses Beschwerde erhoben. Angegriffen werden gerade jene wenigen Nutzungsmöglichkeiten, die der Bevölkerung nach all den Einschränkungen noch verbleiben sollten: Badebereiche sowie der sommerliche Zugang zur Sandbank vor der Insel.
Aus Sicht der FSM zeigt BirdLife damit klar, dass keinerlei Kompromissbereitschaft besteht. Stattdessen wird eine ideologisch geprägte Maximalposition verfolgt, bei der menschliche Nutzung offenbar grundsätzlich als störend betrachtet wird.
Die FSM hat den Schutz des Aaredeltas nie infrage gestellt. Im Gegenteil: Wir haben weitreichende Schutzmassnahmen mitgetragen. Naturschutz darf aber nicht bedeuten, dass die Bevölkerung Schritt für Schritt aus einem seit Generationen genutzten Lebens- und Erholungsraum verdrängt wird.
Besonders stossend ist, dass die vorgesehenen, klar begrenzten Nutzungen aus unserer Sicht fachlich vertretbar sind. Die FSM hat diese gemeinsam mit Philippe Grosvernier beurteilt, einem ausgewiesenen Ornithologen und jahrzehntelangen Kenner des Aaredeltas. Nach seiner Einschätzung ist keine relevante zusätzliche Störung der Vogelwelt zu erwarten.
Hier stellt sich deshalb eine grundsätzliche Frage: Geht es noch um Naturschutz mit Augenmass – oder um eine ideologische Politik der Maximalforderung?
Der Fall betrifft nicht nur den Bielersee. Vergleichbare Situationen bestehen in der ganzen Schweiz. Campingplätze, Hafenanlagen, Badeplätze, Seezugänge und traditionelle Nutzungen könnten künftig ebenfalls unter Druck geraten.
Die FSM wird sich deshalb mit ihrem Anwalt am Beschwerdeverfahren beteiligen und die Forderungen von BirdLife entschieden bekämpfen. Gleichzeitig werden wir das Thema auf kantonaler und nationaler Ebene weiterverfolgen.
Naturschutz braucht Akzeptanz, Augenmass und die Bereitschaft zum Ausgleich.
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